Stromausfall in der Stadt

Wir haben diesmal über eine Großstadt in einem plötzlichen Stromausfall gesprochen. Japan ist ein Land, das leider viele Katastrophen heimsuchen. So ist es nicht ausgeschlossen, dass die Stromversorgung plötzlich ausfällt. Man denkt so gut wie nie darüber nach, wie viele Dinge von der Elektrizität abhängen. Nehmen wir das Beispiel, dass jemand in einem Wohnhaus wohnt, irgendwo im Obergeschoss. Der Strom fällt aus und somit funktioniert der Aufzug nicht mehr. Die Klimaanlage und die Heizung gehen nicht mehr, das Licht geht aus. Keine elektrischen Geräte sind zu benutzen, nicht einmal das Festnetztelefon. Auch der Kühlschrank kühlt nicht mehr. Ein anderes Problem ist, dass man im Obergeschoss oft kein Leitungswasser mehr bekommen kann, denn das Wasser wird mit elektrischen Pumpen hoch geschickt. Wenn man so eine Situation genau betrachtet, kann man ruhig sagen, dass man ohne Strom praktisch eine Zeitreise in die Vergangenheit macht. In Japan wäre es ungefähr die Edo-Zeit oder die unmittelbare Nachkriegszeit. So etwas ist für einige Stunden sogar spannend, aber wenn der Stromausfall für eine längere Zeit anhält, kann er sogar katastrophale Folgen haben, man denke beispielsweise an ältere Menschen im Hochsommer.

Was könnte man also in so einer Situation tun? Man sollte vor allem darauf vorbereitet sein, dass man ohne Strom bleibt. Am besten sammelt man Wasser in der Badewanne und benutzt einen Gasherd oder Grill mit Holzkohl. Letzteres kann in einer Wohnung problematisch sein, am besten geht man damit auf den Balkon. Hat man nicht genug Wasser, kann man noch vielleicht an einen Fluss gehen, aber das Wasser ist sehr wahrscheinlich verschmutzt. In vielen Städten Japans gibt es sonst im Falle von Naturkatastrophen Notwasserversorgung. Man kann zu bestimmten Orten gehen, wo man 10-20 Liter Trinkwasser verpackt bekommen kann. In der Nacht kann man Taschenlampen benutzen, allerdings werden die Batterien schnell leer, so sind Kerzen ein bisschen besser, wenn man einfach nur in der Wohnung sehen will. Zum Lesen oder anderen Tätigkeiten sind schon hellere Lichtquellen zu empfehlen. Im Winter kann man anstelle des Kühlschrankes einfach einen kälteren Raum oder den Balkon benutzen, im Sommer hat man aber leider wenige Optionen. Am besten lagert man zu Hause Essen in Büchsen, das sogar ohne Wasser und Erwärmen zu genießen ist, zum Beispiel Thunfisch. Was die Temperatur betrifft, kann man ja im Winter einfach mehr Kleidung anhaben, und im Sommer Fächer benutzen.

Wir alle hatten schon mal Stromausfälle erlebt. Man darf aber nicht vergessen, dass die meisten sehr schnell behoben werden. Die Stromversorgung wird wiederhergestellt, und das Leben kann weitergehen. Gibt es aber sprich für einen Monat ein Blackout, geraten wahrscheinlich ganz viele Menschen in Panik und es kann zu einer Massenhysterie kommen. Nicht alle haben ja zu Hause genug essen, außerdem ist ein Großteil der Menschen abhängig von digitalen Geräten, deren Mangel alleine schon ganz viele Menschen frustriert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein oder zwei Monate ohne Strom vor allem in einer Großstadt sehr schnell zu einer unwiderruflichen apokalypse-ähnlichen Situation würden. So sollte man in den Medien die Menschen auf mögliche Stromausfälle vorbereiten. Es ist viel besser Angst zu haben, als zu erschrecken. Also ist es besser Vorbereitungen auf eine mögliche Katastrophe zu treffen als verzweifelt zu handeln, wenn sie schon passiert ist. Hoffentlich werden wir aber in Zukunft keine langen Stromausfälle erfahren müssen.

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