Versorgung

Wir haben diesmal über (Lebensmittel)versorgung gesprochen. Der Ausgangspunkt für das Thema war, dass es auf der Welt zwar genug Lebensmittel gibt, mit denen man praktisch die ganze Bevölkerung nähren könnte, aber weltweit trotzdem ganz viele Menschen in Hungersnot sind und an Unterernährung sterben. Das hat natürlich mehrere Gründe zu denen wir später gekommen sind. Zuerst haben wir über Japan geredet. In Japan kann man eine übermäßige Verschwendung von Lebensmitteln beobachten. Die Supermärkte und die 24-Stunden-Läden werfen sogar noch konsumierbare Produkte weg, sie achten nicht einmal auf die Mülltrennung. Für diese Verschwendung ist der wichtigste Grund, dass die meisten Verbraucher nur schöne Ware kaufen wollen, die immer frisch sind. Man wirft also schon bei der Produktion einen Teil der Lebensmittel weg, zum Beispiel Gemüse, das nicht schön genug ist. Außerdem will man von allen Waren immer ein wenig mehr als der kalkulierte Bedarf in den Shopregalen haben, damit keine Kunden enttäuscht nach Hause gehen müssen. Den Rest schmeißt man einfach weg. Klar gibt es Länder, zum Beispiel Frankreich, in denen man diese Reste den Ärmeren Menschen weitergibt, aber die meisten Industrieländer gehen mit den Lebensmitteln schon verschwenderisch um. Man darf uns, die Bürger auch nicht vergessen. Wir kaufen auch oft viel mehr als nötig und so landen viele Produkte aus unseren Kühlschränken auch in der Tonne.

In anderen Ländern gibt es aber noch weitere Probleme. Indien, zum Beispiel, könnte praktisch das ganze Land mit genug Gemüse versorgen, wenn die Transportwege und –mittel nicht so schlecht wären. Wegen der schlimmen Infrastruktur verdirbt ein großer Teil der Ware auf dem Weg und muss daher weggeworfen oder als Futter benutzt werden. Ein weiteres Problem stellen die großen Konzerne und Wirtschaftskonglomerate dar. Sie stellen oft fest, welche Landwirten welche Samen benutzt werden dürfen. Die Samen sind sehr oft Hybride, die schon Früchte bringen, aber keine weiteren Samen. So ist man dazu gezwungen, immer wieder neue Samen zu kaufen. Deshalb müssen viele Landwirte die Preise erhöhen, die dann mit den niedrigen Preisen der Importwaren nicht mehr konkurrieren können. Schließlich gewinnen also oft die großen Konzerne. In Afrika gibt es sogar ganz große Gebiete, wo man vorgeschrieben hat, welche Sorten von Getreide oder Gemüse angebaut werden müssen, obwohl man – wenn man mehrere Sorten haben dürfte – praktisch alle versorgen könnte. Die Produktion geht fast hundertprozentig an die großen Konglomerate, die Menschen werden de facto ausgebeutet. Homogene Sorten, die sogar oft genverändert sind schaden gleichzeitig der Biodiversität, was katastrophale Folgen haben kann.

Warum schenkt oder verkauft die reiche Welt die überflüssigen Lebensmittel nicht an ärmere Länder weiter? Das ist eine sehr gute Frage. Spenden will man generell nicht, Geld regiert die Welt. Und Verkäufe würden wegen den langen Transportwegen gar nicht preiswert mehr für die Käufer sein, denn die in den Industrieländern als niedrig bezeichneten Preise sind aus der Perspektive der Entwicklungsländer oft unerreichbar hoch.

Was können wir also tun? Es gibt schon zahlreiche Organisationen, die den Armen im Land dadurch helfen, dass sie Lebensmittel, die fast abgelaufen sind, weitergeben oder aus ihnen sogar Mahlzeiten vorbereiten. Ihre Arbeit ist zwar nicht genug, aber immerhin ein wichtiger Schritt. Wir, Durchschnittskonsumenten können auch einige teure Produkte boykottieren und/oder Alternativen für den Ersatz finden. Walfischfleisch, Insekten oder einfach Fisch könnten zum Beispiel teures Rindfleisch ablösen.

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