E-Cash

Unser diesmaliges Thema war E-Cash, also elektronisches Geld. Wir haben zuerst Beispiele dafür genannt: Kredit- und Debitkarten, Bezahlungen mit dem Handy, Online-Services wie PayPal oder PayPay, aufladbare Karten wie ICOCA und Prepaid Sim-Karten. Man unterscheidet normalerweise zwei Formen von E-Cash: online und offline. Oft gibt es Überlappungen, es gibt nämlich Formen, die zu beiden Kategorien gehören können. Wir haben dann E-Cash definiert: „Unter diesem Begriff versteht man die Bezahlung für Produkte oder Services, wobei die Bezahlung selbst ohne Bargeld, aber in einer Währung, die es auch bar gibt, erfolgt.“ Diese Währungen haben also Landeswirtschaften und Banken im Hintergrund, sodass sie relativ stabil bleiben und praktisch überall akzeptiert bzw. gewechselt werden. So kann man mit seiner Kreditkarte etwas in Dollar kaufen, obwohl man in Japan wohnt. (Es entstehen wegen dem Wechsel Gebühren, aber der Kauf ist im Prinzip möglich.)

Wir alle benutzen elektronisches Geld sowohl die Offline-, als auch die Online-Varianten. Wir haben dafür natürlich gute Gründe. Es ist ganz einfach und bequem, diese Zahlungsmethoden zu benutzen. Man kann praktisch von zu Hause aus alle Geschäfte erledigen, ohne dass man jemanden anruft oder überhaupt ausgeht. Eventuell kann man mit solchen Bezahlungen Geld sparen, wenn man zum Beispiel für jeden Kauf Punkte bekommt und am Monatsende im Rahmen eines Bonusprogramms einen sog. Payback bekommt. Außerdem muss man, wenn man ausgeht, gar nicht viel Bargeld dabeihaben und bei der Bezahlung lange Kleingeld suchen. Das erspart einem Ärger, außerdem verliert man nicht so viel Geld, wenn einem das Portmonee gestohlen wird. Internationale Zahlungen werden sofort ermöglicht, das ist auch ein sehr großer Vorteil. In gewissen Fällen kann man auch anonym bezahlen, das kann auch sehr praktisch sein.

Es gibt aber auch viele Nachteile von elektronischem Geld. Die größte Gefahr bedeuten vielleicht die potenziellen Hacker-Attacken. Alles, was elektronisch ist, kann gehackt werden, sogar ein ganz normaler Blutdruckmesser. Ist das Gerät oder die Karte mit dem Internet verbunden, wird die Gefahr sofort viel größer, denn man muss bei der Attacke nicht vor Ort sein, alles kann fernbedient erfolgen. Man versucht schon alles so sicher wie möglich zu machen, so sind die heutigen Internet-Banking-Systeme schon ganz zuverlässig, aber es gibt immer Möglichkeiten, die man ausnutzen kann, wenn man weiß, was man machen soll. Verschiedene Schnüffelprogramme, sog. Keylogger, die zum Beispiel alle Klicks und Tasteneingaben registrieren und heimlich an eine Mailadresse schicken, sind ein gutes Beispiel dafür. Es gab auch solche Fälle, in denen man die Passwörter von Benutzern in einem Hochhaus mit Hilfe von einer Drohne und einer Kamera von außen aufgenommen und später benutzt hat. Niemand hat daran gedacht, dass die Monitore im 40. Stock von außen gesehen werden können. Nur die Verbrecher. Außerdem gibt es noch eitere Unannehmlichkeiten wie zum Beispiel die manuelle Aufladung der Offline-Karten. Oft ist es schwieriger Trinkgeld zu geben oder in kleineren Shops einzukaufen. Man hat sonst die Tendenz, viel mehr elektronisches Geld als Bargeld auszugeben, denn man spürt nicht, dass man bezahlt hat.

Das größte Problem ist, was ganz viele Menschen stört, dass praktisch alle Einkäufe registriert werden. Sicherlich haben nur wenige Menschen etwas zu verbergen, aber es ist kein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Regierung oder die entsprechenden Großfirmen ganz genau wissen, was und wann wie alles gekauft haben. WeChat in China ist ein typisches Beispiel dafür. Alle können praktisch überall mit diesem Service bezahlen, was eine totale Kontrolle seitens der Regierung ermöglicht. Ob so eine Tendenz nach Japan kommen könnte, ist nicht einfach zu sagen. Auf jeden Fall gibt es eine steigende Tendenz in Bezug auf die Benutzung von E-Cash. Je jünger man ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass man solche Zahlungsmethoden benutzt. Es gibt aber auch noch weitere praktische Gründe: Bequemlichkeit, bessere Hygiene usw. Außerdem kann man die Bezahlung indirekt zwingen, und zwar dadurch, dass man in den meisten Shops kein Bargeld mehr akzeptiert. Das ist in Schweden schon teilweise erfolgt. Das Bargeldsystem wird aber wahrscheinlich nie abgeschafft. Es stellt sich noch einer andere Frage, die der Kindererziehung. Es ist viel schwieriger, den Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, wenn sie nur Zahlen an einem Bildschirm sehen. Solche abstrakte Dinge zu kapieren, ist schwierig, daher sollte man gründlich überlegen, wie mit Kindern diesbezüglich umgeht.

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