Digitale Generationskluft

 

Unser diesmaliges Thema war die sog. digitale Generationskluft. Zuerst haben wir ganz kurz gesagt, dass die meisten älteren Menschen schon daran gewöhnt sind, sich mit digitalen Maschinen umzugehen. Teilweise sind sie dazu gezwungen, man denke zum Beispiel an Überweisungen an einem Geldautomaten. Auch die allgemeine Benutzung von Computern und Handys und/oder Handys ist vielen Älteren bekannt. Darunter verstehen wir natürlich die grundlegenden Funktionen. Wir haben dann kurz besprochen, was wir alles mit solchen Geräten machen können. E. meinte, sie sei über dem Durchschnitt, denn sie hat früher am Arbeitsplatz am Computer gearbeitet. Das sei ihr aber sehr stressig gewesen, am liebsten habe sie alles so natürlich wie möglich. Y. meint, sie könne schon ganz viele Dinge machen, habe aber keine hervorragenden Kenntnisse. Ihre Generation benutze eher wenige soziale Netzwerke, könne aber mit anderen Geräten schon ganz gut umgehen. Ich kann sagen, dass meine Kenntnisse weitgehend sind, man lernt aber nie aus: Es gibt immer wieder neue Bereiche, die einen schon herausfordern.

Es ist eine Tatsache, dass die jüngeren Generationen, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind oder gerade aufwachsen, über einen sicheren Umgang mit den meisten digitalen Geräten verfügt. Welche Nachteile gibt es für die Älteren, wenn sie nicht mit der Zeit gehen und ihre Kenntnisse diesbezüglich nicht erweitern? Sie bekommen viel weniger Informationen, diejenigen, die kein Handy haben, kriegen sogar keine Warnmeldungen im Falle einer (möglichen) Katastrophe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ältere Menschen Cyberkriminalität zum Opfer fallen, ist viel höher, denn durch ihr Unwissen werden sie gleichzeitig naiv. Wenn sie dann doch Smartphones o. Ä. benutzen, könnten sie einige Unfälle erleiden, vor allem wenn sie auf der Straße sind. Sie konzentrieren sich nämlich so sehr auf die Bedienung, dass sie alles andere in ihrer Umgebung ausschalten. Da sie im Internet keine Preise vergleichen, auch weil sie nicht wissen, wie man das macht, geben sie oft viel mehr Geld aus, denn sie kaufen das erste Angebot, das ihnen anscheinend passt. Das größte Problem ist vielleicht die erschwerte Kommunikation mit den jüngeren. Das kann zur Folge haben, dass die Älteren sich ausgeschlossen fühlen. Das macht natürlich sehr große Frustration, die sie so kompensieren wollen, dass sie die jüngeren Generationen und die digitale Welt beschimpfen. Das ist komplett ignorantes Verhalten, was sonst nicht für alle Älteren typisch ist, aber schon oft aufzufinden ist.

Die Frage ist: Ist es nötig, dass die Älteren sich im Bereich der digitalen Maschinen gut auskennen? (Wenn ja, wie erreicht man das?) Wir wissen, dass es fast unmöglich ist, diesen Menschen all das neue Wissen beizubringen. Auf jeden Fall soll man versuchen, die wichtigsten Dinge, zu erklären, vor allem älteren Familienmitgliedern, damit man sie vor Gefahren schützen kann. Dabei ist aber der wichtigste Faktor, dass die Älteren selbst interessiert und neugierig sind, und Spaß am Lernen haben. Das kann man nur selbst schaffen, keine jüngeren Menschen sind nötig. Ich kenne zum Beispiel eine 54-jährige Frau, die sich immer die neuesten Filme im Kino anschaut, mit Facebook vertraut gemacht hat und stets Fragen stellt, was alles man mit ihrem Smartphone machen kann. Sie hat gesagt, sie wolle mit der Zeit gehen. Diese Mentalität ist mir sehr sympathisch, ich weiß aber, dass das nicht alle machen wollen.

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