Big Data

 

Unser Thema war Big Data, auf Deutsch auch Massendaten genannt. Zunächst einmal haben wir den Begriff geklärt. Unter Big Data versteht man vor allem von Computern massenweise angesammelte Daten, die so groß sind, dass das menschliche Gehirn nicht mehr in der Lage ist, sie zu verarbeiten. Ganz typisch ist noch die Diversität, das bedeutet, dass Big Data die verschiedensten Sorten von Informationen enthalten kann. Ein weiteres Merkmal ist die Geschwindigkeit, mit der neue Daten entstehen und gesammelt werden. Auf Englisch spricht man oft von einer 3V-Charakterisierung: volume, variety, velocity.

Nun, was gehört alles zu unserer Big Data? Praktisch alles. Jeder Klick im Internet: Einkäufe, Suchergebnisse, E-Mails, Freunde in sozialen Netzwerken, Chat-Nachrichten, besuchte Webseiten usw. Außerdem gibt es noch tausend andere Quellen, Aufnahmen von Sicherheitskameras bzw. gespeicherte Daten von der Gesichtserkennungssoftware in ihnen. Punktsammelkarten, Monatskarten und alles, was man mit einem Guthaben aufladen kann. Auch noch die GPS-Daten im Handy, es wird praktisch und um die Uhr registriert und gespeichert, wo das Handy war/ist und wie lange, was mit ihm gemacht wurde/wird. Die Informationen landen bei sehr großen Firmen wie Google, Facebook oder Microsoft. Klug konzipierte Algorithmen suchen nach Verbindungen, erstellen eine „digitale Landkarte“ von uns. Man weiß wirklich viel mehr von uns, als wir das denken.

Das alles kann natürlich auf den ersten Blick sehr beängstigend sein, aber der Durchschnittsmensch braucht gar keine Angst zu haben. Ganz im Gegenteil. Mit Hilfe von Big Data macht man eine Menge gute Dinge, die unser Leben erleichtern. Wir erhalten anhand von unserem Kaufverhalten uns angepasste Werbungen, bessere Suchergebnisse, sogar ein besseres Angebot im Supermarkt. Man sagt, dass anhand von Facebook-Posten ganze Epidemien zu bremsen seien, denn die Algorithmen erkennen, in welcher Region die Leute eine ansteckende Krankheit haben und man kann so Gegen- und Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen. Verbrecher können viel schneller gefasst werden, man checkt am Tatort all die Kameras und GPS-Daten in Handys, die in einem bestimmten Zeitraum vor Ort waren und kann schon eine gewisse Anzahl von möglichen Tätern haben. Nie war die Arbeit der Polizei so einfach wie heute.

Das alles klingt doch wunderbar, oder? Was ist dann also die Schattenseite? Die meisten Firmen geben uns ein besseres Angebot, denn sie wollen Profit erzielen. Unschuldige Menschen können verdächtigt oder sogar verurteilt werden. Die gesammelten Daten können gestohlen oder – noch schlechter – von den großen Firmen an weitere verkauft werden. Durch die totale Überwachung unseres Lebens verlieren wir unsere Privatsphäre. Wir können nicht einmal einen romantischen Heiratsantrag stellen, ohne dass jemand mithört. Alle Handys haben nämich eingebaute mit Spracherkennungssoftware verbundene Mikrofone, die ständig unseren Gesprächen lauschen. Wir waren alle der Meinung, dass vor allem diese Kontrolle störend, sogar unverschämt ist.

Wie kann man also sich wehren? Selbstverständlich kann man in die Steinzeit zurückgehen, aber auch wenn man keine Maschinen benutzt, wird alles andere gesammelt: Zeitungsabos, Kameraaufnahmen usw. Es gibt vor allem in Bezug auf das Internet Möglichkeiten, unsere Tätigkeiten zu verbergen. DuckDuckGo oder Startpage sind solche Suchmaschinen, die uns gar nicht verfolgen. Es gibt solche Browserergänzungen, die keine Cookies erlauben, außerdem kann man zum Beispiel im Browser Firefox einstellen, dass die geographischen Daten nicht verschickt werden. Für die sichere Internetbenutzung, also für das Verbergen unserer Aktivität gibt es kostenpflichtige VPN-Services, die durch eine Verschlüsselung unmöglich machen, dass man Informationen über uns bekommt. Beispiele dafür wären VyprVpn und NordVPN. Wenn jemand nicht will, dass alle E-Mails von ihm automatisch gespeichert und jederzeit gelesen werden, kann zum Beispiel ProtonMail benutzen. Für ein verschlüsseltes Chatten gibt es auch mehrere Möglichkeiten: Secret Chats bei der App Telegram oder andere Apps wie zum Beispiel Wickr. Es gibt also verschiedene Wege, damit man noch ein bisschen Privatsphäre haben kann, aber der Großteil von der Sammlung von Big Data ist nicht aufzuhalten.

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